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UA 2006 Transkarpaten

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18.06.06

Heute geht es früh los, alles packen, noch tanken und eine Karte kaufen, dann zum Übergang Kroscienko - Starjava. Hier gibt es nur eine Spur und die Wartezeit kann 3 Stunden oder mehr betragen. Wir drehen um und fahren nach Przemysl.

Am Grenzübergang Medyko - Sehyni geht es nun endlich zur Sache, eine Viertelstunde müssen wir warten, bis die Schranke sich öffnet. Ein polnischer Grenzer sammelt unsere Pässe (und die von ca. 10 weiteren Fahrzeugen) ein. Nach kurzer Zeit geht es voran und wir bekommen unsere Dokumente wieder.

An der ukrainischen Station dauert es etwas länger,

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eine ukrainische Grenzpolizistin schreibt unser Kennzeichen und die Personenzahl auf einen Notizzettel, den sie uns überreicht. Weiter gehts zur Passkontrolle, vorher müssen wir noch eine "Immigrationskarte" ausfüllen, gsd steht auch alles in englisch darauf. Am Kontrollhäuschen eine ebenfalls weibliche Staatsdienerin, die unsere Angaben genau überprüft, fragt noch nach unserem Ziel. Dann wird die Fahrgestellnummer kontrolliert, alles i.O. (?). Geldumtausch und dann auf in ein so ganz fremdes Land.

Doch da ist noch ein Tor. Was jetzt ? Der Grenzer will das kleine Zettelchen, das wir am Anfang dieser kleinen Odysse bekommen hatten, sehen. Leider fehlen die Zollstempel. Ich gehe zurück, treffe noch ein deutsch-ukrainisches Ehepaar, das wohl gerade zum Verwandtenbesuch fährt. Sie hilft ein bisschen bei der Verständigung. Im ersten Zollhäuschen ist gerade Mittagspause angesagt. Man schickt mich weiter. Ein Zöllner ist sehr nett, schaut nur kurz, wo unser Auto steht, macht die Stempel auf den Zettel und wünscht mir "gutte Rrreise".

Die ganze Zeit sind wir aufgeregt und auch als wir durch den ersten Ort, Mosty'ska, Richtung Sambir fahren, löst sich die Anspannung noch nicht.

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Blick zurück auf Mosty'ska

Mit dem Lesen der Schilder klappt es einigermassen (kyrilisch ist eben doch nicht so einfach) und so finden wir auch den Abzweig nach Sambir. Dort angekommen drehen wir eine Runde durch den Ort (knietiefe Schlaglöcher). Es geht nur in Schlangenlinien voran.

 

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Sambir

Auf der Straße in Richtung Süden passieren wir den Dnister.

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Wir legen eine Pause ein und genießen die Aussicht.

 

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Vor Turka versperrt eine Schranke die Weiterfahrt. Ein Militarist kommt auf uns zu, verlangt die Pässe und will wissen, wohin wir wollen. Auf einer Liste hakt er uns scheinbar ab, obwohl er vermutlich gar nicht wissen kann, dass wir überhaupt im Land sind.

Die Landschaft wird angenehmer und hügeliger. In den Dörfern, die sich kilometerlang neben der Straße hinziehen, sitzen die Menschen auf Bänken vor ihren Häusern und lassen den Tag ausklingen.

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Manchmal werden auch kleine Kuh- oder Ziegenherden direkt am Straßenrand gehütet.

Kurz bevor wir Uzhok erreichen, müssen wir erneut zur Passkontrolle anhalten. Ein junger Soldat begrüßt uns mit "Gutten Tak". Schaut in unsere Pässe. Alles in Ordnung, wir können weiterfahren.

 

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hier herrschen andere Verkehrsregeln

Wir erreichen Ushgorod am frühen Abend. Aus dem Reiseführer haben wir eine Hoteladresse. Jetzt müssen wir nur noch die Straße finden. Wir sprechen ein Pärchen auf englisch an und mit wenigen Worten und Handzeichen erklären sie uns, dass das Hotel nur 50 m hinter uns liegt!

An der Rezeption des Hotel "Atlant" wird heute abend perfekt englisch gesprochen und wir bekommen ein Zimmer unterm Dach - bei ca. 35° C Außentemperatur. Das Auto steht auf dem Platz vor dem Hotel ...... und trotzdem schlafen wir später gut.

 

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Wir machen uns auf, zu einem Spaziergang durch die Stadt. Eine nette Fussgängerzone,

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Abendstimmung in Ushgorod

Wir gehen bis zum Theaterplatz, auf dem eine Riesen-Fernsehtafel das WM-Spiel des Tages (?) überträgt.

 

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Brücke über die Ush zum Theaterplatz

Auf dem Rückweg trinken wir das erste ukrainische Bier, leider bekommen wir hier nichts zu essen, aber die freundliche Bedienung weist uns den Weg in die richtige Richtung. Dort bestellen wir Borschtsch und Ushgoroder Steak.

Bald brechen wir auf, und als wir im Hotelzimmer ankommen hat es sich ein wenig abgekühlt.

Tagesstrecke: 560 km

19.06.2006

Am nächsten Morgen ist die Rezeption "ukrainisch" besetzt, aber auch jetzt ist die Abwicklung der üblichen Formalitäten kein Problem. Wir genehmigen uns noch ein Frühstück im Hotel-Restaurant und starten dann in einen heißen Frühsommertag.

Wohin soll die Reise gehen? Nach Osten, tiefer in die Ukraine oder nach Süden, gleich nach Rumänien, unserem eigentlichen Z iel. Aus dem Reiseführer hatten wir entnommen, dass es weiter östlich in den Karpaten noch einige, von Deutschen (Österreichern) bewohnte Siedlungen geben soll. Dort bestehen auch Übernachtungsmöglichkeiten und so entschließen wir uns, in Richtung Ust-Chorna, im Teresvar-Tal gelegen, zu fahren.

Zunächst geht es zurück nach Perechin, dort tanken wir und fahren dann über Turia Poliana nach Nizhny Vorota und weiter nach Volovets.

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Kurz vor Volovets entdecken wir eine Betonpiste, die auf eine Anhöhe führt.

Dort steht eine merkwürdige, große Anlage, deren Zweck wir nicht erkennen können (später vermuten wir, dass es sich um eine ehemalige Abhöranlage handeln könnte).

Die Aussicht von oben ins Vecha-Tal ist grandios, überhaupt ist die Landschaft bilderbuchmäßig.

 

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Wir passieren Volovets und fahren im Rika-Tal in südöstlicher Richtung auf Mizhirja zu.

Zwischen Volovets und Mizhirja:
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Tankstelle

In Kolochawa wollen wir die auf der Karte (noch) eingezeichnete Straße nach Komsomolsk (Deutsch-Mokra) nehmen. Die beiden Damen erklären uns jedoch mit großem Eifer, dass diese Straße mit unserem Fahrzeug nicht passierbar ist und dass wir einen Umweg (ca. 100 km) durchs Tereblia-Tal über Dragovo, Neresnytsia und Dubove machen müssen, um ins Teresvar-Tal zu gelangen.

 

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Hinter Kolochava geraten wir in eine Baustelle an einem Stausee; vor dem Staudamm wird die Flussböschung erneuert. Im Schritttempo bewältigen wir diese Buckelpiste und nach einigen km hat die Straße wieder ihren "normalen" Zustand.

 

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In Dragovo fragen wir noch einmal nach dem Weg und erreichen bei Neresnytsia das Teresvar-Tal (benannt nach der Kaiserin Theresia, die Mitte des 18. Jh. Österreicher zum Holzeinschlag in dieses Tal schickte).

 

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Das Tal ist malerisch und die Umgebung erinnert ein wenig an unsere Heimat. Wir folgen dem Fluss talaufwärts und landen nach einiger Zeit am Ortseingang von Ust-Chorna.

 

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Der im Reiseführer beschriebene Waldschmalspurbahnhof ist, wie wir später erfahren, den Fluten zum Opfer gefallen. Von den deutschsprachigen Einwohnern bekommen wir vorerst nichts zu sehen. Das Leben im Dorf verläuft beschaulich, wie in den anderen Orten vorher auch. Am Ende des Dorfes soll eine Herberge sein, im Alpenstil auf einem Hügel gelegen, das Ski-Hotel. Im obersten Stock schauen wir uns die Suite (neu renoviert) für 200 HR an. Die Zimmerpreise sinken mit abnehmender Etagenhöhe, allerdings nimmt auch der Standard rapide ab.

 

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 ehemals Café Absatz (?)

Im Dorf befindet sich noch ein kleines Hotel, das leider nicht geöffnet hat. Enttäuscht treten wir die Rückfahrt an (vielleicht müssen wir heute zum ersten Mal im Auto schlafen(?)). Wir sprechen noch einige Dorfbewohner an, jedoch ohne Erfolg. Niemand versteht uns oder kann uns eine Übernachtungsmöglichkeit vermitteln. So machen wir uns auf den Weg in Richtung Rumänien.

 

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Dorfstraße in Ust-Chorna

Nachdem wir den größten  Teil der Schotterpiste talabwärts hinter uns gebracht haben, kommt uns ein VW-Bus mit österreichischem Kennzeichen entgegen. Er hält  -  wir halten. Ein junger Mann aus Österreich, der hier seinen Zivildienst leistet, fragt uns, was wir hier machen. Nach kurzem Gespräch bietet er uns eine Schlafmöglichkeit bei einer Familie im Ort an. Da es schon spät ist, nehmen wir das Angebot gern an, also die Schotterpiste wieder hinauf.

Es stellt sich heraus, dass die Familie, bei der wir unterkommen, österreichische Vorfahren hat und zum Glück ist der Familienvater Deutschlehrer an der hiesigen Schule, so dass die Verständigung bestens klappt. Bevor wir das Zimmer beziehen, wird ein Abendessen für uns zubereitet (u.a. leckere Grießklößchensuppe). Mit Eltern und Kindern sitzen wir  zusammen in der Küche und erfahren einiges über das Land, die Geschichte der Aussiedler, das Familien- und Dorfleben. Spät geht es ins Bett und wir sind gespannt auf den nächsten Tag, alles ist irgendwie unglaublich, wir sind in einer völlig anderen Welt.

 

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 4 Kinder der Familie K.

Tagesstrecke: 305 km

 

20.06.2006

 

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 Blick auf Ust-Chorna vom Friedhof talabwärts

 

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Blick auf Ust-Chorna vom Friedhof talaufwärts

Nach Kiewer Zeit wachen wir um halb neun auf, nach "österreichischer Zeit" ist es erst halb acht. Zum Frühstück gehen wir in die Wohnküche, in der sich das Leben hauptsächlich abspielt. Dort befindet sich ein gemauerter Herd, auf dem fast immer ein Topf mit Tee steht. Zu Weißbrot gibt es Wurst und Käse sowie Kaffee und Tee. Der Zivi kommt vorbei und nutzt die Gelegenheit zum Frühstück. Immer in Eile, denn er organisiert gerade eine Ferienfahrt für die Dorfkinder nach Österreich. Da der Sommer ins Tal Einzug gehalten hat, spielen die Kinder der Familie bis zum Einbruch der Dunkelheit im Garten.

 

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Nach dem Frühstück gehen wir mit unserem Vermieter durch das Dorf, besuchen Friedhof, Kirche, Schule, Mini-Hotel. Im Geschäft kaufen wir etwas zu trinken und unterhalten uns mit der Ladenhinhaberin (gebürtig aus Kiew, ihr Mann ist österreichischer Abstammung), sie spricht ein wenig deutsch.

 

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Markt an der Hauptstraße

Auf dem Rückweg vom Dorfrundgang holt sich unser V. sein Gehalt von der Schuldirektorin ab. Auf dem Markt kauft er noch ein paar Lebensmittel ein, dann geht es zum Mittagessen nach Hause. (Nudelsuppe, Pilaw, Fleisch, Gemüse, Tee und Kekse).

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Klassenzimmer

Nach dem Mittagessen, Pause, wir sitzen im Garten, schreiben und schauen den Kindern beim Spiel zu. Später fahren wir mit dem Lada Niva über Russisch-Mokra nach Deutsch-Mokra (Komsomolsk)..

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In Russisch-Mokra halten wir beim Schwager an und bekommen wegen der großen Hitze ein Glas eisenhaltiges Mineralwasser.

Auf dieser kleinen Anhöhe befindet sich ein ehemaliges Erholungsheim, mittlerweile dem Verfall preisgegeben, wird heute von den Dorfkindern als Treffpunkt genutzt. Gleich in der Nähe befindet sich eine schwefelhaltige Quelle, deren Wasser wir ebenfalls probieren.

 

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Blick über Russisch-Mokra

 

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Wir erreichen Komsomolsk. In diesem Ort sollen noch fünf Familien österreichischer Abstammung leben. Als wir an der Kirche halten kommt Frau Z. auf uns zu und fordert uns auf, die Dorfkirche anzuschauen. Gemeinsam gehen wir hinein.

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Wie schon auf dem Friedhof von Ust-Chorna, sehen wir auch hier deutsche Inschriften (an der Decke und den Wänden).

In ihrem österreichischen Dialekt erzählt uns Frau Z. ein wenig über die Kirchengeschichte und mehr über ihr Leben. Sie lädt uns noch zu einem Kaffee in ihr Haus ein und zeigt uns, wie die "Deitschen" so gelebt haben. Die Urtümlichkeit ist hier noch offensichtlicher. Die "Toilette" befindet sich auf dem Hof.

 

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Während der Rückfahrt  zeigt unser V. in Russisch-Mokra die Erdhügel am linken Straßenrand und erklärt uns, dass dort mal ein Haus stand. Der oberhalb des Hauses befindliche Bach war durch Unachtsamtkeit (Äste, die beim Baumschnitt ins Wasser fielen) aufgestaut worden. DIe sich ergiessenden Wassermassen hatten das Haus mitsamt seiner Bewohner weggespült. Auf der Straße nach Ust-Chorna nehmen wir noch den Förster mit.

 

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unsere Unterkunft in Ust-Chorna

Nach einem hervorragenden Abendessen bei der Familie, sitzen wir abends noch vor dem Haus und lassen die Eindrücke des Tages Revue passieren. Unser V. zeigt uns später an seinem Computer Bilder von der Region .

 

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Familie K. mit eigenen und Nachbarskindern

Tagesstrecke: 0 km

21.06.06

Morgens starten wir aus Ust-Chorna, zuvor lernen wir noch die Mutter von unserem V. kennen. Sie kam gerade aus der Kreisstadt und hatte Kuchen für die Kinder mitgebracht. Zuerst ist sie recht still, doch dann taut sie auf und erzählt von der Familie, auch davon, dass sie in unserer Heimatstadt war, um ihre dort lebende Schwester zu besuchen.

Für die Weiterreise ist alles fertig und nach einem herzlichen Abschied geht es im Tereswar-Tal flussabwärts. Je weiter wir in den Süden gelangen, desto besser werden die Straßen. Das Land offener, die Höhen liegen hinter uns. Über Dubove, Neresnytsia führt unser Weg nach Tiachiv.

In Tiachiv wollen wir an die Theiß und biegen ins Zentrum ab. An einem für uns nicht erkennbaren "Zebrastreifen" läuft uns ein junger Mann beinahe vor das Auto und wie es der Zufall will, es ist der Zivi aus Ust-Chorna. Kurz reden wir noch miteinander und er wünscht uns noch viel Glück auf der Reise.

 

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Ortsdurchfahrt Tiachiv

An Chust vorbei biegen wir ab gen Süden und gelangen über Vynohradiv Richtung rumänische Grenze. Die Landschaft wird flacher - so könnte es wohl auch in der Puszta aussehen.

Auf unserer Fahrt gelangen wir an einen Bahnübergang, der geschlossen ist, aber dies scheint hier keine Gültigkeit zu haben, denn der Schrankenwärter winkt uns durch.

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Nicht mehr weit bis zur Grenze! Wir überqueren die Theiß und fahren

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Brücke über die Theiß (Tisa)

durch Ortschaften, deren Straßen von weinberankten Lauben gesäumt sind. Die scharfen Konturen verwischen im Flimmern der Mittagshitze. Wir sehnen uns nach etwas Kühle und hoffen, dass die Grenzprozedur nicht allzu viel Zeit in Anspruch nehmen wird.

 

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weinberankte Lauben auf dem Weg zur rumänischen Grenze

In Djakove/Tarnu Mare passieren wir die Grenze. Ein ähnliches Gefühl, wie bei der Einreise in die Ukraine überkommt uns. Wir haben zwar alle Papiere zusammen, aber man weiß ja nie! Zum Glück geht alles problemlos, aber gemächlich. Die Hitze macht auch den Grenzern zu schaffen.

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